150 Jahre Feuerwehr Heimsheim und 24. Kreisfeuerwehrtag
Ihr 150-jähriges Bestehen feiert die Feuerwehr Heimsheim vom 4.-6. Juni 2010 gemeinsam mit dem 24. Kreisfeuerwehrtag des Enzkreises. Das Festwochenende findet auf dem Festplatz Steinstraße beim Gerätehaus statt. Dabei wird ein unterhaltsames Programm für Jung und Alt angeboten, am Samstag findet eine Sternwanderung für Firmen, Vereine und Feuerwehren statt. Beim großen Festumzug werden Feuerwehren aus dem Enzkreis und dem Altkreis Leonberg erwartet, begleitet wird der Umzug durch den Ortskern von Musikkapellen sowie Heimsheimer Vereinen, Firmen, Schulen und Kindergärten. Nach dem Umzug laden wir Sie ins Festzelt bei Unterhaltung zum verweilen ein, beim Festausklang am Abend muss sich die Heimsheimer Bevölkerung bei einer Stadtwette beweisen. Wir freuen uns schon heute Sie bei diesen Veranstaltungen begrüßen zu dürfen und hoffen viele unterhaltsame Stunden.
Alle Informationen zu Veranstaltungen und Tickets erfahren Sie unter http://www.feuerwehr2010.de
Entstehung der Feuerwehr in Heimsheim
Die Wehr der Stadt Heimsheim kann auf eine bewegte Geschichte seit ihrer Gründung im Jahr 1860 zurückblicken, aber auch aus der Zeit davor lassen sich erste Beweise für die Brandabwehr finden. Bereits seit 1680 ist der Feuersee vorhanden, aus dem im Brandfall Wasser in die Stadt geleitet werden konnte. Entlang der Stadtmauer floss der Mühlbach um die halbe Stadt, aus welchem, soweit ein Zugang möglich war Wasser gefördert werden konnte. Die Löschgeräte dieser Zeit waren Ledereimer, Butten und andere Wassergefäße, mit welchen auch die Wasserförderung aus dem Bach oder den Brunnen in Eimerketten an die Brandstelle hergestellt werden musste. Zur Mitte des 19. Jahrhunderts gewannen Saug- und Druckspritzen an Bedeutung und verdrängten die seither benutzten Handspritzen, allerdings wurde durch diese Entwicklung eine Ausbildung und der Übungsdienst an den Gerätschaften unumgänglich. Die erste FF wurde 1846 in Durlach gegründet, es folgten zuerst größere, später kleinere Städte und Gemeinden, so auch Heimsheim im Jahr 1860 als erste im Oberamt Leonberg. Seit der Gründung sind einige Großbrände in der 965 erstmals erwähnten Stadt dokumentiert, durch Feuer wurde Heimsheim allerdings schon dreimal fast völlig zerstört: 1395 im Schleglerkrieg, 1634 im Dreißigjährigen Krieg sowie 1945 wenige Tage vor Kriegsende. Dadurch sind leider viele Dokumente der Geschichte für immer verloren gegangen. Durch die enge Bebauung in der Stadt breitete sich ein Feuer schnell zu einem Großbrand über mehrere Wohnhäuser und Scheunen aus, hierbei ist immer wieder die Hilfe der Feuerwehren Leonberg, Rutesheim, Perouse, Renningen, Mönsheim, Friolzheim und Hausen erwähnt. Ebenso half die Heimsheimer Wehr bei Bränden in den Nachbargemeinden. Die Brandbekämpfung änderte sich 1906 durch die Verlegung der allgemeinen Hauswasserleitung, wodurch in den Straßen Hydrantenschächte gesetzt werden konnten. Zum 50-jährigen Jubiläum 1910 erhielt die 120 Mann zählende Truppe eine Saug- und Druckspritze, das Fest fand unter großer Beteiligung der Einwohner sowie Nachbarwehren am Schlosshof statt. Die erste fahr- und ausziehbare Leiter mit einer Länge von 12m erhielt die Feuerwehr 1912. Bis zum Jahr 1920 waren alle Gerätschaften der Feuerwehr im Rathaus deponiert, in einem Wohnhaus der Gemeinde am Schlosshof wurde der erste Feuerwehrgeräteraum eingerichtet, dieser musste allerdings 1936 wieder aufgegeben werden. Mit der Anschaffung einer Magirus-TS-8 begann im Jahr 1938 die Motorisierung bei der FF Heimsheim.
Am 18. April 1945 wurde Heimsheim von französischen Jagdbombern angegriffen, an mehreren Stellen brach Feuer aus, auch das Rathaus wurde getroffen. Die Leiter, die TS-8 sowie ein Hydrantenwagen konnten noch gerettet werden, die Brandbekämpfung gestaltete sich allerdings ohne Strom für das Pumpwerk und beschädigter TS-8 schwierig. Innerhalb kürzester Zeit stand der gesamte Ortskern in Flammen, die Wehr war bei dieser Katastrophe überfordert.
Der Löschzug der FF Leonberg übernahm die Brandbekämpfung in der Hauptstraße, dabei wurde ihr Kommandant Josef Häbe von einem Stromständer erschlagen, der Oberfeuerwehrmann Gottlieb Längerer verstarb nach einem Giebeleinsturz im Krankenhaus. Durch den Brand wurden 220 Gebäude zerstört.
Mit dem Hydrantenwagen, der Leiter und einigen Schläuchen wurde die FF neu aufgestellt, Nachbarwehren steuerten Schläuche und Ausrüstung bei, eine Tragkraftspritze mit Transportwagen konnte 1948 erworben werden. Im selben Jahr wurde ein Leiterwagen mit Schiebeleiter, Hakenleiter sowie zwei Schlauchhaspeln angeschafft, nur ein Jahr später konnte das erste Gerätehaus in der Geschichte der FF Heimsheim eingeweiht werden. Dabei erhielt die 45 Mann zählende Mannschaft zusätzlich einen Schlauchwagen. Nach Problemen mit der Tragkraftspritze wurde 1952 die im Krieg zerstörte TS-8 repariert und gegen diese eingetauscht, sie verrichtete bis 1966 ihren Dienst und ziert heute den Eingangsbereich des Gerätehauses. Das erste Fahrzeug, ein KLF-6 mit 800-Liter-Pumpe und Schlauchanhänger konnte 1955 in Dienst gestellt werden, dieses Fahrzeug ist heute noch im Besitz der Feuerwehr und kommt bei Umzügen zum Einsatz, ebenfalls ist der Schlauchwagen noch im Dienst. Für Veranstaltungen und Ausbildung wurde der Feuerwehrsaal im Schleglerkasten 1960 hergerichtet und übergeben. Das 100-jähirge Jubiläum wurde im selben Jahr mit dem 4. Kreisfeuerwehrtag des Kreises Leonberg gefeiert. Die 49 Jahre alte Leiter wurde 1961 durch eine Stahlanhängeleiter ALS-18 ersetzt. Ein weiteres Löschfahrzeug mit TS-8 konnte 1966 übernommen werden. Für die Unterbringung eines weiteren Löschfahrzeuges sowie Ausrüstung wurde das Gerätehaus durch Eigenleistung um eine Fahrzeugbox und eine Garage verlängert. Ein Jahr später 1977 konnte dann das LF-16 übergeben werden, auf welchem neben der Geräte zur Brandbekämpfung auch die Technische Hilfeleistung untergebracht wurde. Ebenfalls eingeführt wurde die Alarmierung per Meldeempfänger. Im Jahr 1982 wurde für den südöstlichen Enzkreis eine Drehleiter DL23/12 stationiert, diese verrichtet noch immer ihren Dienst, wird aber im Jahr 2010 durch eine DLAK 23/12 GLT ersetzt. Bereits im Jahr 1985 wurde der 12. Kreisfeuerwehrtag beim 125-jährigen Jubiläum gefeiert. Im Jahr 1990 wurde der Kommandowagen angeschafft. Seit 1992 bildet das TLF16/25 mit der DL und dem LF einen Löschzug. Gleichzeitig wurde durch Neubau eines Gerätehauses an der Steinstraße ein wichtiger Grundstein in die Zukunft der Heimsheimer Wehr gesetzt, ein Jahr nach der Einweihung konnte 1994 die Jugendfeuerwehr gegründet werden. Seit 1998 ist ein Rüstwagen 2 des Enzkreises in Heimsheim stationiert, mit diesem begann auch der Einsatzdienst auf der Autobahn 8, wird aber auch für Überlandhilfe in den Nachbargemeinden eingesetzt. Das LF16 wurde 2004 durch ein LF16/12 ersetzt, durch die umfangreiche Beladung und der Seilwinde trägt es aber die interne Bezeichnung HLF20/20. Seit 2006 dient der MTW der Aktiven Abteilung sowie der Jugendfeuerwehr als Transportfahrzeug, um zu Ausbildungen, Dienstveranstaltungen, Ausflügen und Übungen zu fahren. Weiter ist er als Zubringer- und Versorgungs-Fahrzeug bei längeren Einsätzen benötigt. Als Ersatz für den Kommandowagen wurde 2008 ein ELW1 angeschafft.
Personal heute
Im Jahr 2010 hat die FF Heimsheim 81 Mitglieder, 47 in der Einsatz-Abteilung, 13 in der Alterswehr sowie 21 in der Jugendfeuerwehr. Seit 1991 gibt es auch wieder Feuerwehrfrauen bei der Heimsheimer Wehr. Die Jugendfeuerwehr ist Nachwuchsschmiede der Wehr, in der Kinder und Jugendliche an die wichtige Aufgabe der Feuerwehr herangeführt werden. Heute sind 40 % der aktiven Mannschaft aus der Jugendfeuerwehr.
Heimsheim
Heimsheim ist eine kleine Stadt im Enzkreis mit 5400 (Stand 2009) Einwohnern, sie besitzt ihr Stadtrecht seit 1295.
 
Mannschaft und Gerät im Jahr 1960, der aktuelle Fahrzeugpark (MTW fehlt)
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